† In Memoriam


Claude Messer – Claude lacht im Himmel weiter

 

Humor und Lachen helfen uns, das Leben lustvoller und leichter zu erleben und zu gestalten. Sie können aber die Endgültigkeit des Lebens leider nicht aufhalten. So hat unser Lachfreund und HumorCare-Mitglied Claude Messer Ende September unerwartet die Seite gewechselt und lacht nun im Himmel weiter! 

 

Claude’s Tod hat mich tief erschüttert. Obwohl ich ihn über die Jahre in mein Herz geschlossen hatte, war ich darüber etwas überrascht. Denn ich hatte schon einige nahe Menschen in diesem Leben verloren, doch so stark hatte es mich schon lange nicht mehr erwischt. Denn mit ihm verband mich bloss eine Freundschaft über die gemeinsame, lachende Tätigkeit und wenn wir uns 5 Mal im Jahr sahen, dann war das viel. Über Claude’s Privatleben wusste ich auch herzlich wenig: Einzig, dass er einen Sohn hatte, immer wieder mal im Theater spielte, grosser FCB-Fan war und sicher dieses Jahr nochmals gerne die Rolling Stones live gesehen hätte. Unsere Gespräche bezogen sich auf unser berufliches Wirken. Aber wir hatten eben mindestens soviel gemeinsam gelacht, wie geredet! Einmal mehr ein Beweis, dass gemeinsames Lachen die Menschen stark miteinander verbindet!

 

Claude hatte ich als Teilnehmer eines meiner Lachseminare vor gut 10 Jahren kennengelernt. Vom Lachvirus infiziert pilgerte er darauf regelmässig nach München, um beim Europäischen Berufsverband für Lachyoga und Humortraining die Ausbildung zum Lachyoga Trainer zu absolvieren. In Basel hatte Claude bald darauf eine eigene Lachgruppe, die regelmässig und bei jeder Witterung im Kannenfeldpark lachte. Über seine Aktivitäten erhielt er auch zunehmend Aufträge in Firmen und Institutionen. Er begeisterte bei der Basler Sportnacht mehrere Hundert Teilnehmer und gründete die erste Nordwestschweizer Lachschule. Wir haben uns immer wieder über die lachende Tätigkeit bei Firmen ausgetauscht und uns gegenseitig Aufträge zugespielt. Ebenso besuchten wir uns gegenseitig bei unseren Lachevents. Claude kam jedes Jahr zur Lachparade nach Zürich. Sein sonores, ansteckendes Lachen hallte jeweils von weit her durch die Zürcher Gassen und hatte bei unserem Anlass bereits Kultstatus. Wer jedoch in Basel lebte, konnte seinem Lachen überall begegnen. Claude kurvte bei jedem Wetter mit seinem Fahrrad in der Stadt herum, oft mit einem lauthals starken Lachen. Im Jahre 2012 organisierte Claude in Zusammenarbeit mit dem Künstlerduo Cabri die Veranstaltung «Lachen statt läuten». Dank ihm lachte es zwei Wochen lang vom Kirchturm der Elisabethenkirche anstatt zu läuten! Von da an war Claude als Lachexperte schweizweit präsent in den Medien. Einen seiner grössten Erfolge feierte Claude im Jahre 2014 mit der 1. Basler Lachmeisterschaft. Über hundert Besucher zählte seine Veranstaltung, die medienwirksam vom Boulevardblatt Blick porträtiert wurde. Claude bildete und entwickelte sich aber auch immer weiter. Es gab keinen Lachyoga- oder Humorkongress, den er ausliess. Beim amerikanischen Lachprofi Sebastien Gendry erlernte er als erster Schweizer die Methode der Lach-Wellness kennen, die seine lachende Tätigkeit in den letzten drei Jahren neu prägte. Treu war er an jeder GV von HumorCare und an jedem HumorTreff dabei! In den Jahren, seit ich ihn kannte, habe ich bei ihm einen grossen persönlichen Wachstumsprozess beobachtet. Die ersten Jahre noch als manchmal etwas trotzig-melancholisch, die letzten Jahre als fast euphorisch-optimistisch.

 

Claude bot als einziger Lachtrainer offiziell auf seiner Webseite die Dienstleistung «Humorvolle Abdankungen» an. Er fand es wichtig, dass die Angehörigen nicht in der Trauer ertrinken, sondern wieder durch das Lachen Kraft schöpfen können, wenn ein geliebter Mensch sich vom Leben verabschiedete. Der Gedanke daran gefiel mir. Das letzte Mal, als ich ihn darauf ansprach, hatte er jedoch immer noch keinen solchen Auftrag erhalten. Vermutlich ist es nie zu solch einem heiteren Abdankungsauftrag gekommen. Denn, dass sein Angebot nicht so leicht umzusetzen ist, spürte ich als Claude selbst an die Reihe kam. Natürlich war für mich nach dem ersten Schock völlig klar, dass Claude sich selbst eine humorvolle Abdankung mit Lachen wünscht. Für seine Familienangehörigen, die mit dem Lachyoga nicht so vertraut sind, war das keine Option. Da ich aber in mir spürte, dass ich mich von Claude nicht nur weinend, sondern auch gerade lachend verabschieden wollte und musste, entschloss ich mich, dies selbst zu tun. Dort wo Claude regelmässig mit seiner Lachgruppe lachte. Da wo ich das letzte Mal mit ihm gelacht hatte. Mit Oliver’s Hilfe organisierte ich anschliessend an die offizielle Abdankung, das Abschiedslachen für Claude im Kannenfeldpark in Basel. Ich war überwältigt, dass sich über 25 Teilnehmer am 30. September 2017 dazu einfanden, inklusive Beat – unserem HumorCare-Präsidenten! Es wurde für mich ein sehr berührender, trauriger und ein heiterer Nachmittag zugleich. In der Gesamtheit ein schönes, tiefes Erlebnis. Die Teilnehmer reisten teils von weit her an: aus Lausanne, Chur, Stuttgart, Frankfurt ...

 

Alle haben sich sehr persönlich, engagiert und kreativ eingebracht: mit Erinnerungen und verschiedenen heiteren Ritualen haben wir würdig von unserem Lachfreund Abschied genommen! Das Lachen und Weinen ging vom Einen ins Andere über. Es war wie selbstverständlich und natürlich. Zum Schluss schickten wir Claude bunte, mit Gas gefüllte Smiley-Ballone zum Himmel. Denn als letzte gemeinsame Aktion hatte ich mit Claude am diesjährigen Weltlachtag in Basel die restlichen Smiley-Ballone an die kleinen Parkbesucher verteilt. Ich glaube, dass Claude uns mit voller Freude von oben zuschaute! Sein donnerndes Lachen, tief aus seinem Herzen, werden wir in unserem Herzen mit uns tragen! Danke Claude!

 

Christian Hablützel