Einladung zu einem Workshop (in Englisch) zum Thema Humor: Der leichtere Weg zu Belastbarkeit und Gesundheit.

Wir freuen uns, dass Dr. Paul McGhee einen 4-stündigen Workshop (auf Englisch) für Mitglieder der SWIPPA und HumorCare-Mitglieder veranstalten wird. 

Der Workshop ist offen für Studenten, Forscher und Praktiker, die ihren Sinn für Humor verbessern wollen. 

 

Datum und Ort:

Donnerstag, 10. Januar 2019: 16:00 - 20:30 Uhr (Raum in der Universität Zürich, Oerlikon)

 

Workshop-Beschreibung:

"Die Forschung der letzten zwei Jahrzehnte hat gezeigt, was unsere Großmütter schon immer wussten: LACHEN ist wirklich GUTE MEDIZIN! 

Da der tägliche Stress in den meisten unserer Leben in den letzten Jahren zugenommen hat, finden die meisten Menschen, dass ihr Sinn für Humor sie genau dann verlässt, wenn sie ihn am meisten brauchen - inmitten von Stress." (Quelle: http://www.laughterremedy.com)

 

In seinem interaktiven Workshop gibt uns Dr. Paul McGhee einen Einblick in die Vielfalt des Humors. Verschiedene Elemente seiner Humorausbildung werden auf unterhaltsame und kreative Weise präsentiert.

Nutzen Sie die einmalige Gelegenheit, Dr. McGhees Humortraining aus erster Hand kennen zu lernen und Ihr eigenes Humorpotential zu stärken.

 

Anmeldung per E-Mail an:
j.hofmann@psychologie.uzh.ch

 

Invitation to a workshop on 

Humor: The Lighter Path to Resilience and Health

 

We are happy to announce that Dr. Paul McGhee will host a 4-hour workshop for members of the SWIPPA (in English). 

The workshop is open to students, researchers and practitioners interested in improving their sense of humor. 

 

Date and place:

Thursday, 10th of January 2019: 16:00 – 20:30 (room at the University of Zurich, Oerlikon)

 

Workshop Description:

«Research over the past two decades has demonstrated what our grandmothers always knew to be true; LAUGHTER really is GOOD MEDICINE! 

As the daily stress in most of our lives has mounted in recent years, most people find that their sense of humor abandons them right when they need it the most – in the midst of stress.» 

(Source: http://www.laughterremedy.com

 

In his interactive workshop, Dr. Paul McGhee will provide us an insight into the variety of humor. Various elements of his humor training are presented in an entertaining and creative way.

Take this unique opportunity to get to know Dr. McGhee's humor training at first hand and to strengthen your own humor potential.

 

Registration (send e-mail to):

j.hofmann@psychologie.uzh.ch

P.S.:

Vom Jahre 2000 an (nach dem 5. und vorläufig letzten Humorkongress – vor den Wiederaufnahmen im 2014/15/17), sandte uns Paul McGhee pünktlich auf jedes Monatsende hin einen Newsletter zur Veröffentlichung auf unserer Website www.humor.ch:

http://humor.ch/mcghee/mainmcghee.htm

 

Download
Workshop_SWIPPA_McGhee.pdf
Adobe Acrobat Dokument 238.5 KB

Marion Nardi, 2. Vorsitzende von HumorCare DE/AT


HCDA: Du wurdest in Zürich zur Sozialpädagogin ausgebildet und arbeitest seit 26 Jahren im Behindertenbereich mit erwachsenen Menschen, die eine kognitive Beeinträchtigung haben. Wie empfindest Du diese Arbeit?

Marion Nardi: Die Beziehung auf der Ebene von Mensch zu Mensch ist zentral für diese Arbeit. Unter dieser Voraussetzung macht die Zusammenarbeit mit Menschen Spass, da sie jeden Tag anders ist. Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung sind sehr empfänglich für Lachen und Humor. Kleinste Veränderungen in der Körperhaltung, Mimik sowie der Stimmlange der Betreuungspersonen werden sofort wahrgenommen und gespiegelt. Diese soziale Intelligenz nutze ich in meiner sozialpädagogischen Arbeit, indem ich die kreative Energie dieser Menschen spielerzentriert umsetze.

 

HCDA: Kannst Du dafür ein Beispiel bringen?

Marion Nardi: Dafür gibt es ganz viele Beispiele mit diversen Ansätzen. Ein junger Mann hat gerade beinahe ohne Punkt und Komma am Frühstückstisch geredet. Ich habe ihn schliesslich gebeten aufzustehen, habe mich dann bei seinem Ellbogen eingehackt und bin im Raum mit ihm im Kreis gelaufen. Dabei habe ich ihn mit allem was mir in den Sinn kam zugetextet. Er war so überrascht über meine Intervention, dass wir gemütlich zu Ende frühstücken konnten. 

Ein anderes Beispiel gibt eine junge Frau, die nicht allzu viel von Körperhygiene hält, ist dafür sehr empfänglich für paradoxe Interventionen. Zu ihr sage ich: «Nein, geh ja nicht duschen. Danach riechst Du immer so frisch und sauber. Um Gottes Willen lass das nur sein!» Strahlend sieht sie mich an und antwortet: «Ach so blöd!» und verschwindet zum Duschen. Der Kontext einer solchen paradoxen Intervention ist natürlich immer abhängig von der jeweiligen Person und Situation.

 

HCDA: Wie ist Dein Selbstverständnis als humororientierte Sozialpädagogin?

Marion Nardi: Als Fachperson muss ich grundsätzlich offen und achtsam sein für Spielangebote, die mir die Menschen machen, die mir anvertraut sind. Durch das gemeinsame Spiel und durch das Lachen lernen wir gegenseitig voneinander. Mit einem kreativen Zugang zum Berufsalltag bleiben wir offen für andere Sichtweisen. Dabei kann es gelingen, Signale der Körpersprache sowie die Bedeutung von Gefühlen bewusster wahrzunehmen. Und das Beste daran ist, dass das alles viel Spass macht! Es gibt aber auch Situationen, in denen eine humoristische Intervention nicht angebracht ist. Die Arbeit mit Humor ist eine Gratwanderung. Es soll ja keine reine Bespassung für unsere BewohnerInnen sein, sondern ein Lernfeld für die uns anvertrauten Menschen – und auch für mich als Betreuerin selbst. Dabei ist das Rollenverständnis von mir in meiner Rolle als Sozialpädagogin ausschlaggebend.

 

HCDA: Wie ist Deine professionelle Humorkarriere verlaufen?

Marion Nardi: 2008 habe ich in der Schweiz eine zweitägige Weiterbildung besucht mit dem Titel «Humor in der Sozialen Arbeit» Dort wurde ich auf HumorCare Schweiz aufmerksam. Auf der Website entdeckte ich die Angaben zu der Clown Akademie Tamala in Konstanz. Damals konnte ich mir allerdings nicht vorstellen, einfach so mit der roten Nase herumzulaufen. Daher fand ich die Ausbildung zum Humortrainer und Humor-Coach sehr interessant. Ende 2013 begann ich dann mit der 2-jährigen Ausbildung zum Humortrainer/Coach bei Tamala. Während der Ausbildung lernte ich Michael Titze kennen, der Gastdozent bei Tamala war. In der Folge nahm ich, wie die meisten aus meinem Ausbildungskurs bei Tamala, an Lehrgängen teil, die von der von ihm geleiteten HCDA-Akademie angeboten wurden. Dadurch bekam ich die Zertifizierung zum «Humorberater (HCDA)». Das war auch mein Einstieg in die Vereinsarbeit von HumorCare Deutschland-Österreich. Zurzeit besuche ich die Module zum Humordrama-Coach bei Michael Titze und Torsten Fuchs. Seit diesem Jahr biete ich im Rahmen HCDA-Akademie, zusammen mit meiner Kollegin Ruth Marfurt, zwei eigene Module an: «Humor in der Sozialarbeit/Sozialpädagogik» und «Humor in der Pädagogik».

 

HCDA: Im Nachrichtenmagazin «Facts» wurde die Schweiz als ein Zentrum der Lachbewegung bezeichnet, weil es ab 1995 in Basel, Arosa und Zurzach Europas erste Kongresse über den therapeutischen Humor gab. Du hast bei den letzten Humorkongressen in Basel mitgemacht: Wie war das für Dich?

Marion Nardi: Ich war beeindruckt, wie viele verschiedene Persönlichkeiten in der Schweiz sich für das Thema Humor interessieren: Sei es, um sich persönlich weiterzuentwickeln oder, um sich auf professioneller Ebene entsprechendes Wissen anzueignen. Eindrücklich zu erleben, auf wie vielen verschiedenen Ebenen und in wie vielen Themenbereichen Humor gelebt und damit gearbeitet wird, eröffnet einen riesigen Facettenreichtum. An den Basler Humorkongressen habe ich viele Menschen wieder getroffen, die ich bereits aus meiner Ausbildung oder von der Arbeit her kannte. Während der Pausen und beim Abendprogramm entstanden neue Kontakte, welche mein «Humor-Leben» bereichert haben. Ich schwimme in der Schweiz sozusagen in einem Meer von offenen und interessanten Menschen, welche das Thema Humor miteinander verbindet. So ist die Schweiz ein sehr inspirierender Ort voll von humorvollen Begegnungen.

 

HCDA: Du bist seit 2017 die 2. Vorsitzende bei «HumorCare Deutschland-Österreich» (HCDA). Welche Erfahrungen hat Dir das vermittelt und worauf legst Du als Schweizer Humor-Aktivistin Dein besonderes Augenmerk?

Marion Nardi: Die Arbeit als 2. Vorsitzende bei HCDA ist ein neues, interessantes Betätigungsfeld für mich. Die Zusammenarbeit mit Brigitte Titze, der 1. Vorsitzenden, ist durch Wertschätzung geprägt und macht grossen Spass. Dankbar bin ich, dass die Chemie zwischen uns stimmt. Der grosse Erfahrungsschatz von Brigitte Titze ist eine Bereicherung und ich kann viel von ihr lernen. Meine Aufgabe als 2. Vorsitzende  beinhaltet, unter anderem, den ständigen Austausch und Kontakt mit humorbegeisterten Menschen. Dadurch wird auch meine berufliche Arbeit mit Menschen mit einer Beeinträchtigung kontinuierlich mit dem Thema Humor angereichert, in die ich mein ganzes Herzblut stecke: Dies miteinander zu verbinden, empfinde ich als ein wunderbares Geschenk. Meinen Fokus lege ich dabei auf die Frage, wie sich der Humor, der im Alltag immer vorhanden ist, mit Aufmerksamkeit und  Wertschätzung erkennen und wachrufen lässt. 

 

HCDA: Am 6. Oktober 2018 organisiert HCDA in Frankfurt am Main einen weiteren Humorkongress mit dem Leitthema «Wie der Humor ins Krankenhaus kam». Michael Christensen, der Begründer der Klinik-Clown-Bewegung wird der Starreferent sein. Auch Du bist hier mit einem Beitrag präsent. Kannst Du uns schon etwas darüber verraten?

Marion Nardi: Konkret geht es darum, das Bewusstsein für die Spielangebote zu schärfen, die uns die Menschen, welche wir in unserem beruflichen Alltag begleiten, immer wieder anbieten. Aus meiner professionellen Erfahrung heraus weiss ich, dass dies sehr viele sind. Die Aufgabe der Fachperson besteht darin, diese Angebote zu erkennen und daraus ein geeignetes Angebot zu machen. Dazu werden wir bei der Jahrestagung gemeinsam verschiedene Spiele und Übungen ausprobieren. Es geht zum Beispiel darum herausfinden, wofür sich ein Humorkoffer und die darin enthaltenen Utensilien, eignen. Zentral ist die Faszination des gemeinsamen Spiels und die Möglichkeit, gemeinsam zu scheitern – und dabei grossen Spass zu haben! Das Wichtigste aber ist, sich selbst und die eigenen (vermeintlichen) Unzulänglichkeiten nicht zu ernst zu nehmen.

 

HCDA: Marion Nardi, wir danken Dir für dieses Gespräch!